Juni 2006

Quebrada de CalchaquiQuebrada de Calchaqui

Schuhputzer an der Plaza Principal Salta

Edys Wanderschuhe kamen dran. Nachdem mit dem Schleifpapier das Leder aufgefrischt und die Sohle mit Silikon lackiert war, kam die Forderung von 8 Pesos. Na ja, wir haben den Preis nicht vorher abgemacht. Den Spruch des Schuhputzers, er ginge auf die Zehnernote die 2 Pesos Rückgeld holen, glaubten wir nur kurz. Er kam auch nicht wieder.

Am nächsten Tag, wir kommen wieder auf die Plaza, stürzt Edy urplötzlich davon, und hält einen Kerl am Kragen fest. Der gestrige, verschwundene Schuhputzer wird aufgefordert, 5 Pesos Retourgeld rauszurücken, oder la policia sei angesagt! Wechselgeld war im Hosensack in grosser Menge vorhanden, und sofort herausgegeben.

Kawi-Tour durch San Lorenzo

wir befinden uns in einem Einfamilienhaus-Quartier. Plötzlich stürzt ein Hund von einer Hauszufahrt auf uns zu. Edy gibt Schnaps = Vollgas, ging nochmals gut, dachten wir, als ein anderer uns schon wieder nachsprang. Mit Vollgas und Füsse hochziehen konnten wir auch diesem entwischen. Zwischenzeitlich fahren wir langsam auf Hunde zu, sollten diese dann negativ auffallen, geben wir erst dann Schnaps. Die Kurzstreckenrennen haben wir bis jetzt immer schadlos gewonnen.

Super Lagerplatz am Piedra del Molino (3300 Meter) mit herrlicher Aussicht auf die Cuesta del Obispo. Kondore kreisten in beruhigender Stille.
Das Frühstück haben wir am nächsten Morgen natürlich unter freiem, strahlend blauem Himmel eingenommen. Die Tourguides mit ihren Kunden hielten ausgerechnet neben uns auf der Naturterrasse, und die Touristen fotografierten anstelle der Landschaft unseren Robusto. Frage-Antwort-Stunde war angesagt.

Vor Molinos ist eine Brücke zu überqueren, deren Zustand Brigitte nicht gefällt. Sie folgt Robusto zu Fuss. Auf der gegenüberliegenden Brückenseite, und nur auf dieser Seite, sehen wir dann auch ein Schild mit einer 15 Tonnen Beschränkung. Es bestand also keine Gefahr mit unseren 18 Tonnen verteilt auf drei Achsen und genügend Geschwindigkeit beim Ueberqueren.

An der Laguna Brealito, wo wir einige Tage verbrachten, ging die kleine Piste rechts weiter. Bei Nachfragen erfuhren wir, dass diese Piste durch die Berge auch nach Molines führe. Wir fuhren diese 25 km mit der Kawi, und wissen nun, warum die Piste auf keiner Karte eingezeichnet ist! Aber schön wars....!

Taxifahren Argentinien

je weiter nördlich wir in Argentinien kommen, desto preisgünstiger werden die Fahrten. Der Grundtarif hier in Salta ist 50 Rappen. Der Erhöhungssprung jeweils 4 Rappen. So kostet eine Fahrt in der Stadt, die über eine Viertelstunde dauert 1.50 bis max 2.00 Franken.

Unseren Gemüseeinkauf beim fahrbaren Stand, je nach Region von Mulis gezogen oder auf kleinem LKW, bereitet uns jedes Mal Freude: für heute durften wir für 1kg Bohnen, 1 1/2 kg Tomaten und 1kg Ruebli gerade mal 3 Pesos berappen. Wir rechnen das mal um: 1.50Sfr und das bei täglich frisch geernteter Ware.

Salta

eine Stadt für Manche laut und unpersönlich, für uns ein Zentrum, wo wir vieles erledigen und erkunden konnten.
Der sogenannte Camping beim öffentlichen Schwimmbecken ist ein Treffpunkt für Reisende. Da wir jetzt Winter haben, sind nur Reisende hier, die das ganze Jahr unterwegs sind. So manche davon sind schon über 10 Jahre auf Achse.

Das ca. 150 x 250 Meter grosse Schwimmbecken ist jetzt leer, aber wehe wenn es im Sommer gefüllt wird (dies dauert ca.10 Tage) dann ist hier die Hölle los. Zu dieser Jahreszeit jedoch (Dezember) sind wir dann in Patagonien und lassen uns den Wind um die Ohren wehen.

Vor vielen Jahren haben wir ein Fahrzeug von Unicat bewundert und die Besitzer um die Reisemöglichkeiten beneidet. Wie haben wir gestaunt, wie die beiden Weltenbummler neben uns parkierten. Die 13-jährige-Reiseerfahrung von Richard und Cathrine beeindruckt uns sehr.

In Salta haben wir ein einzigartiges Geschäft gefunden. Eine Mischung zwischen Globus Delikatessa und der Spanischen Weinhalle. Hunderte von verschiedenen Weinen sind seitlich an den Wänden meterhoch gelagert. Ganze Schinken hängen von der 6 Meter hohen Decke. Schnäpse aus der weiten Welt füllen die Regale einer Wand. Käse, Dörrfrüchte und eine exzellente Wurstabteilung ergänzen das Angebot. In dem riesigen Raum mit einer grossen, alten Bar, kann man in alten Jugendstilstühlen sitzend all die Köstlichkeiten geniessen. Speziell ist, dass drei Cervelats gleich viel kosten wie ein Kilogramm Rindsfilet. Etwa 5.00 Franken.

Seit 90 Tagen sind wir in Argentinien unterwegs und haben 21 Mal gezuegelt. Nicht die oertlichen Begebenheiten sondern die Neugier liess uns durchschnittlich jeden 4. Tag weiterfahren. Dabei legten wir insgesamt 3300 km zurueck.

Robusto bewaehrt sich bestens, Amigo erfreut sich des Leinen- und Maulkorb-freien Daseins und uns geht es glaenzend.

Edy und Brigitte

Fotogalerie

Argentinien: Juni 2006