September 2006

Am Strand in ChileAm Strand in Chile

Prosegur

Wir machen auf der Autobahnfahrt vor Santiago auf einer „Copec"-Raststätte einen kurzen Zwischenhalt. Vor dem Bürotrakt steht ein knallgelber, sehr utopisch ausschauender Geldtransporter, welcher wohl die Einnahmen abholt. Wir staunen nicht schlecht, als dieser kurz nachher neben uns anhält. Die Seitentür öffnet sich und der darin stehende Uniformierte unterbreitet uns ein Tauschangebot.

Wie wir fragen, wie viel Kohle sie denn geladen hätten, meinte er lachend, dass sei eben unser Tauschrisiko. Eine sehr lustige und nette Begegnung, welche uns in der Schweiz in einer ähnlichen Situation sicher nicht passieren würde.

Jahresservice Action Mobil Robusto

Wir wurden positiv überrascht durch die Firma Union Técnica Automotriz Ltda in Santiago, welche MAN vertritt und in Chile vertreibt.

Die Besitzer, die drei Brüder Bunout, sind sehr nett und zuvorkommend. Die Firma, deren Mitarbeiter und ihr Service hinterlassen einen bleibenden, guten Eindruck.

Die TGA's sind in Chile im Aufwind. Auf den Strassen begegnet man schon einigen und auch die von Maurice genannten Importzahlen beruhigen uns, sowie dass wir bei Bedarf nun an 4 Orten in Chile verlässliche Ansprechpartner hätten. Wir hoffen natürlich, dass unser Robusto weiterhin so problemlos und zuverlässig läuft wie das ganze erste Jahr, damit wir die Werkstätten erst wieder für den nächsten Jahresservice benützen müssen.

Cafés con Piernas, eine chilenische Spezialität

Business Männer trinken Cortado (Kaffee), welcher von Frauen mit Miniröcken oder mit Bikinis bekleidet oder sogar oben ohne serviert wird. Uns vor allem aufgefallen im Zentrum von Santiago. Frauen ohne Begleitung wird der Besuch dieser Lokale nicht empfohlen.

Stihl findet Einsatz

Tagsüber stutzt der Campingplatz-Wächter und Gärtner die alten Bäume für die kommende Saison zurecht. Bei einzelnen Bäumen und dicken Ästen kam dann Edy's Stihl Motorsäge trainingshalber und zur Freude der Beteiligten zum Einsatz.

Gut bewacht

Bei der Einkaufstour mit dem Quad in der Hafenstadt Valparaiso möchten wir die Kawi aus Sicherheitsgründen wie gewohnt mitten vor dem Haupteingang des Warenhauses abstellen. Dies wird von einem netten Sicherheitsmann sehr bestimmt vereitelt. Wir erklärten ihm, dass wir nach dem Einkauf mit einem noch vorhandenen Quad gerne wieder wegfahren würden. Er sprach in sein Funkgerät und sagte uns, wir sollten in das 1. Untergeschoss fahren. Dort erwartete uns eine füllige Parkplatzwächterin, welche mit dem Fahrrad vorausfuhr und uns auf einen Invalidenparkplatz einwies. Der Grund war, dass sich 5 Meter nebenan der bewachte Eingang eines grossen Anlieferungslifts befand. Der Wachmann hatte eine Zusatzaufgabe, wir posteten unbesorgt, und konnten anschliessend glücklich und zufrieden mit unseren Einkäufen wieder wegfahren.

Letzte Fahrt

Auf der Rückfahrt mit der Kawi von Valparaiso nach unserem Lagerplatz in Laguna Verde fahren wir von hinten auf eine sich langsam fortbewegende, zweispurige Autokolonne auf. Wir vermuten einen Unfall und schlängeln uns ca.100 Fahrzeuge nach vorn. Wir sehen dann eine weisse Luxuslimousine mit chilenischen Nationalflaggen beflaggt und denken an ein Diplomatenfahrzeug.

Beim rechts ueberholen und Sichten des riesigen Grabkranzes auf der Motorhaube war uns dann klar, dass es sich um die letzte Fahrt einer oder eines Verstorbenen handelt.

Sicher ist, dass zu Lebzeiten die betroffene Person in Chile selten so langsam gefahren ist oder wurde.

Heidi aus der Schweiz

Auf einer Kawi-Tour fotografierten wir ein Zwerghäuschen in Laguna Verde und sind mit dessen Besitzer ins Gespräch gekommen. Dabei haben wir unter anderem erfahren, dass eine Schweizerin Namens Hedi am Berg oben mit vielen Hunden lebt. Wir suchten nun diese Hedi und sie entpuppte sich als Heidi, welche vor 10 Jahren vom Aargau mit einem Hund ausgewandert ist. Ihr Haus hat sie selber umgebaut und jetzt wohnt sie mit 40 Hunden und 10 Katzen darin. Äusserst gepflegt: Sie, ihr Haus und die Hunde. Keine Spur von Tiergeruch oder dergleichen, Hut ab. Die BB von Laguna Verde, nur mit weniger finanziellen Mitteln. Sie lebt von der Rente und kleinen Zustüpfen von Freunden aus Österreich und der Schweiz.

Wir haben uns an einem Morgen um 07.45 Uhr mit Heidi getroffen und sie auf einem ihrer täglichen Hundeausläufe begleitet. Anfangs waren die Hunde etwas nervös, aber schnell ging es ein Tobel runter und die andere Seite wieder rauf, und die Meute hatte sich beruhigt. Mit 40 Hunden gleichzeitig unterwegs zu sein, war für uns ein tolles Erlebnis. Ohne Leinen und Maulkörbe.

Die Heidi hat die Hunde verwahrlost, zum Teil bis auf die Knochen abgemagert, manche auch krank, gefunden und zu sich nach Hause gebracht. Nachdem sie die Tiere wieder auf Vorderhund gepflegt hatte, waren diese natürlich bereits Familienmitglieder. So hat jedes ihrer Tiere nebst Namen auch seine eigene Geschichte.

Alle Hunde und Katzen sind kastriert und vertragen sich gegenseitig im Freilaufgehege und im Hausgarten. Sie sind tiergerecht untergebracht und verhalten sich super, kein Gezanke und Gebell, nachts herrscht absolute Ruhe.

Erstaunlich für uns sind folgende Zustände:

Zu mehreren grossen Behältern mit Trockenfutter haben die Hunde immer Zugang. Es herrscht somit Selbstbedienung und keiner der „40" ist dick. Nach dem Spaziergang verteilt Heidi Knochen mit Fleisch und auch dann gibt es keine Streitereien und Raufereien. Heidi hat die Hunde tatsächlich im Griff.

Nicht nur diese Tiere rettet Heidi vor dem sicheren Tod, nein sie fährt auch noch 2x wöchentlich zu ausgesetzten Hunden und versorgt diese mit Wasser und Nahrung.

Heidi, die mit dem grossen Herz für Tiere!

Fotogalerie

Chile: September 2006