November 2017

Museum PachamamaMuseum Pachamama

Ärgerliches Geräusch

Wir fahren von Cachi auf der Piste Richtung Cafayate. Vor San Carlos kommen wir wieder auf die Teerstrasse. Während der Ortsdurchfahrt hören wir vom rechten Vorderrad her ein quitschendes, knirschendes Geräusch. Wir beschliessen, noch bis Cafayate zu fahren und dort der Sache auf den Grund zu gehen.

Nach Entfernen des Vorderrades hatten wir guten Zugang zur Radtrommel. Beim Drehen dieser stellten wir fest, dass das Geräusch schon viel dezenter geworden war, und beim Rückwärtsdrehen nicht mehr auftrat - wahrscheinlich ein eingedrungener Stein.

Ich telefonierte noch mit Peter, dem Betriebsleiter MAN Schweiz, um mich rückzuversichern.

Er empfahl mir, das Verhalten des Rades weiterhin zu beobachten. Anstelle entfernen der Radtrommel, sollten wir doch besser die guten Weine degustieren, wie Recht hatte er. Das Geräusch ist bei der Weiterfahrt nicht mehr aufgetreten und das Rad hat sich auch nicht ungewöhnlich erwärmt.

Diverse Degustationen haben wir auch schadlos überstanden.

Schweizertreffen

In Cafayate haben wir einige Kartons Wein gepostet. Unser Besucher Kurt für drei Wochen im Führererhaus auf dem Chauffeurenbett schläft, entfällt der übliche Stauraum für den eingekauften Wein. Wir beschliessen, die Kartons auf dem Dach festzuzurren.
Um die ganze Sache wasserdicht einzupacken erstehe ich in einem Gemischtwarenladen einige m2 schwarzen Plastik.

Beim Verlassen des Ladens spricht mich ein Mann auf Schweizerdeutsch an, ob ich das Käppi mit dem kleinen Schweizerkreuz nur so trage, oder ob ich Schweizer sei.

Heinz ist geschäftlich in Buenos Aires tätig und verbringt gerade seine Ferien in Cafayate. Wir plaudern kurz und verabschieden uns.

Sechs Tage später: Wir sitzen im Becken des Thermalbades de Reyes als jemand auf Schweizerdeutsch sagt, er kennt mich nicht mehr. Es war wieder Heinz, dieses Mal getarnt mit einer Kappe. Mit seiner Frau verbrachte er einige Entspannungstage im Thermenhotel und hat beim Abfahren Robusto gesehen.

So klein ist Argentinien!

Schwimmbecken in Salta

Bei unseren bisherigen Besuchen von Salta war das riesige Schwimmbecken immer leer.

Dieses Mal waren jedoch die Angestellten beim Reinigen und es hiess, dass das Becken nächstens befüllt würde. Nach unserer dreiwöchigen Rundreise mit unserem Schwager Kurt war es dann soweit. Der Beckenboden war schon leicht bedeckt und das Wasser floss durch ein respektables Rohr mit starkem Druck hinein. Bis das Becken mit rund 30 Millionen Liter Wasser gefüllt ist, dauert es jedoch über 10 Tage.

Am Sonntag war es dann soweit. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein. Die Leute strömten in unvorstellbaren Massen auf das grosse Gelände. Mittags waren die vielen Grillstellen schon mehrfach besetzt. Nachmittags zählte man rund 10'000 Personen. Ein riesiger Ameisenhaufen, mit südamerikanischem Lebensgefühl und entsprechendem Lärm, aber total friedlich. Für uns Fernsehen live.

Die Folge von den viel zu vielen Besuchern war, dass das Wasser mit Chlor nicht mehr gerettet werden konnte. Am drauffolgenden Dienstag wurde das Wasser nun komplett abgelassen und die braune, sich am Boden abgesetzte Brühe mit Besen den Abfluss runtergewischt.

Wir konnten zwei Tage vor dem grossen Ansturm im sauberen, neu befüllten Becken baden und genossen die grosse Badewanne fast für uns alleine. Bis der Wasserstand wieder zum Schwimmen geeignet war, packten wir unsere Golfbags aus. Mit einem Pro verbesserten wir während einer Woche unsere Spieltechnik im Salta Polo Club.

Todo Santos

Allerheiligen wird hier in Argentinien während 2 Tagen zelebriert, aber nichts von traurig oder bedrückt sein. Die Argentinier verhalten sich wie an einem normalen Sonntag, aber dies einfach auf dem Friedhof bei ihren Verstorbenen. Nachdem Blumen auf das Grab gelegt und Kerzen angezündet waren, wurde das Picknick ausgepackt. Die Erwachsenen unterhalten sich und die Kinder spielen zwischen den Grabsteinen und das den ganzen Tag.

Wie mit vielem gehen hier die Leute auch mit dem Thema Sterben wesentlich natürlicher um. Sie geniessen das Leben.

Der Tod holt sowieso Jeden irgendwann mal ein.

Wahrscheinlich wird danach auch noch der „Todo Santos"gefeiert.

----------------------------------------------------------------------------------------

Wir haben Robusto parkiert und wollen einkaufen gehen. Kommt ein Junge und fragt uns, ob das das Fahrzeug sei, wo Blut genommen wird?

Er hat wohl das weisse mit dem roten Kreuz verwechselt!

Fotogalerie

Argentinien: November 2007