Februar 2007

Unterwegs im Nationalpark QueulatUnterwegs im Nationalpark Queulat

Abschleppdienst Kawi

Wir campieren mit anderen Reisenden vor dem Ortseingang El Chaltén und geniessen die herrliche Sicht auf den Fitz Roy. Nach einem Ausflug mit der Kawi zum Lago del Desierto bleiben wir im Dorf neben einem Subaru mit offener Motorhaube stehen. Jonathan und Macarena sind für drei Monate in Argentinien und Chile mit diesem in Santiago gekauften Auto auf Achse.

Jonathan erklärt uns auf Schweizerdeutsch die Starterprobleme eines Wagens. Ohne richtiges Werkzeug ist eine sinnvolle Hilfe nicht möglich. So spannen wir den „Subi" kurzerhand mit einem Seil an unsere Kawi. Mit Anhang geht es nun quer durch den Ort zum Lagerplatz Robustos. Der Anlasser wird auseinander genommen, gereinigt und erneut montiert. Hurra, der Wagen lief wieder. Nachdem Macarena über das Werkzeug- und Material-Lager von Robusto staunte, meinte sie beim Abschied: „Robusto ist wie ein Sodimac, ein Chilenischer Bau- und Handwerker-Markt.

Später treffen wir die beiden in Chile Chico wieder. Der Subaru lief immer noch und wir hoffen, dass dies auf der Weiterreise so geblieben ist.

Little Monster

Das Schweizerpaar Bruno und Renate trafen wir auf unserer Marokkoreise im Januar 2006 in Agzd. Die beiden waren mit einem riesigen Wohnmobil „Monaco" unterwegs.

Wir erfuhren, dass sie ein MAN 4x4 Fahrgestell bestellt hätten, um dieses selber ausbauen zu können. Die Neugier und das überaus grosse Interesse an unserem neuen Robusto waren daher verständlich.

In der Zwischenzeit haben sie ein tolles Fahrzeug „Little Monster" gebaut, ihr vorheriges, grosses Ding verkauft, eine Probereise nach Marokko unternommen und anschliessend nach Südamerika verschifft.

Ein Jahr später trafen wir uns nun wieder auf der Carretera Austral. Wir verbrachten einige erlebnisreiche, interessante Tage miteinander.

Ein nächstes Treffen wird voraussichtlich in einigen Monaten im Altiplano stattfinden.

Carretera Austral

1976 begann man mit dem Bau dieser Strasse. Für die Länge von rund 1'200km benötigte man 23 Jahre an gigantischer Bauleistung. Pinochet liess damals, natürlich für militärische Zwecke, runde 300 Millionen US Dollar springen. Eine Schneise in den Regenwald vorbei an Gletschern, schneebedeckten Bergen, Vulkanen, Flüssen und Seen (auch dem zweitgrössten Südamerikas, dem Lago General Carrera).

Es regnet hier des öfteren. Schliesslich bewegen wir uns auch im Gebiet des kalten Regenwaldes. Mit dem Tarp, welches wir an der Seitenwand an horizontalen Flugzurrschienen befestigen, haben wir einen windfesten Sonnen- und Regenschutz. Darunter lässt es sich von unseren Campingstühlen und Liegen aus bequem geschützt die Natur betrachten. Mit dem in Santiago erstandenen Bluetooth-Aussenlautsprecher können wir nun den Sundowner mit entsprechender Musik (mittlerweile haben wir eine Sammlung von 1'300 digitalen CD's) oder einigen Kapiteln aus einem Hörbuch unter freiem Himmel geniessen.

Auch Edy hatte Anglerglück und wir fühlten uns beim Abendessen schon fast wie Selbstversorger. Nun gut, Weine produzieren wir noch nicht.

Sollte sich etwa Amigo ein Beispiel nehmen an einem Hund anderer Reisenden, mit denen wir einige Tage verbrachten? Dieser erwischte sogar ein Gefieder (Name des riesigen, huhnähnlichem Vogel ist uns unbekannt), welches wir gut gebraten verspeisten.

Aus den glasklaren, sauberen Bergbächen und Flüssen befüllten wir unseren Wassertank mittels der Tauchpumpe mit genuegend Wasser, damit wir nach Bedarf überall ein paar Maschinen waschen konnten. Die Wäsche musste dann aber seriös aufgehängt und befestigt werden, damit sie nach dem Trocknen im starken Patagonienwind noch vorhanden war.

Argentinien : Chile

Die Argentinier 39 Millionen und die Chilenen 16 Millionen sind Nachbarn an einer über 5'000 Kilometer langen Grenze. Sie zeigen sich aber trotzdem eher die kalte Schulter. Der Chilene ist der kühle, schweigsame Nordländer. Der Argentinier eher der extrovertierte, laute Südländer. Argentinier gelten weder als bescheiden noch als leise.

Wo lebt es sich besser?

Für Argentinier ist die Antwort klar: Die Nachbarn halten es doch selbst nicht zu Hause aus! Laut Studien leben achtmal mehr Chilenen unter Argentiniern als umgekehrt. Es gibt kein anderes Land der Erde, das sich so sehr mit sich selbst beschäftigt wie Argentinien - und das sich dennoch so wenig kennt.

Während Argentinien prassend immer mehr verarmte, keine andere Nation hat in einem Jahrhundert so gründlich ihren Reichtum ruiniert, wurde Chile sparend immer reicher. Unter allen Ländern Lateinamerikas hat Chile die höchste Sparquote und das Land ist beinahe schuldenfrei.

Für uns als Reisende sind beide Länder phantastische, problemlose Reiseländer.

Die zehn Grenzübergänge zwischen den zwei Ländern erwiesen sich bisher als unkompliziert und waren jeweils in kürzester Zeit bewältigt.

Man findet gute Stellplätze in toller Landschaft und wird von den Einheimischen in keiner Weise belästigt. Einzig das Interesse an Robusto und unseren Reiseplänen ist enorm.

Die Einwohner beider Nationen sind stolz auf ihr Land und geben uns immer wieder Geheimtipps, wo es noch schöner sein soll.

Chile ist das teurere Reiseland. Für Schweizer Verhältnisse aber immer noch günstig.

Wir freuen uns, weiterhin auch in diesen beiden Ländern unterwegs zu sein.

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Frage eines Weltreisenden: Seid ihr die mit dem Stabilo?

Wir antworteten: Ja, Robusto ist auch stabil.

Fotogalerie

Chile - Argentinien: Februar 2007