Dezember 2007

Brücke Leonel VieiraBrücke Leonel Vieira

Camping para adultos

In Buenos Aires und Umgebung sind gute Standmöglichkeiten eher rar. Da wir für Amigo wegen unseres Schweizeraufenthaltes im April/ Mai sowieso mehrere Tierheime begutachteten, checkten wir auch noch mögliche Stand- oder Campingplätze rund um Buenos Aires.

Samstagnachmittag, nach einem Einkaufsbummel in einem der amerikanisch anmutenden Einkaufscenter, wollten wir auf einen, aus dem Argentinischen Campingführer gut beschriebenen Platz übernachten. Um sicher zu sein, dass der Platz geöffnet und auch Fahrzeuge aufgenommen werden, fragte Brigi noch telefonisch nach. Eine ältere Frau versicherte uns telefonisch, dass der Platz geöffnet sei und wir mit einer „Casa rodante" willkommen seien. Nichts wie hin! Die Zufahrt zum Gelände war sehr schmal und seitlich mit vielen Büschen und hohen Sträuchern bewachsen. Auf ca. 300 Metern links und rechts sahen wir vergammelte Hausruinen und verrostetes Landwirtschaftsgerät. Dann folgte eine grosse Grasfläche mit einem grossen Gebäude und einem kleinen Planschbecken. Auf der grünen Wiese tummelten sich etwa ein Dutzend...

Nackte bei verschiedenen Aktivitäten.

Wir drehten um und verliessen den abgefackten Platz. Der Campingplatz-Chef rannte uns noch nach und fragte, ob wir nicht bleiben wollten oder wenigstens den Platz anschauen möchten. Wir verneinten dankend.

Nun wissen wir, was mit der Beschreibung „ für Erwachsene" im Campingführer gemeint ist.

Nur einen Kilometer entfernt, fanden wir einen wunderbaren privaten Campplatz an einer Lagune, den wir alleine drei Tage lang genossen.

Klimaanlagen

Unsere Klimaanlage in der Wohnung benötigte nach 2 Jahren und den vielen Höhenfahrten bis über 5000 Meter einen Service bzw. es musste Gas nachgefüllt werden.

Dies wäre in Europa völlig einfach, gibt es doch einige Servicestellen, welche die Arbeiten problemlos ausgeführt hätten.

Wir sind aber in Südamerika. Hier laufen die vielen Klimaanlagen in LKW's und Wohnwagen über ein System mit Wasser mit 12/24 Volt, unsere aber mit Gas und 230 Volt.

Unsere Anlage kann nur am Hochdruckkreislauf befüllt werden und dazu braucht es eine spezielle Maschine, welche es in Südamerika nirgends gibt. Soweit waren wir nach mehreren Telefonaten, auch mit einer Servicestelle in Deutschland, informiert. Dann wurden wir an die richtige Adresse verwiesen. Federico Bürgin ist dritte Generation der Bürgin in Argentinien. Sein Grossvater ist von der Schweiz ausgewandert. Frederico ist Klimaanlagen-Spezialist und baut offiziell für Mercedes Anlagen ein und um.. Er und sein Team haben uns mit ihren Kenntnissen und technischer Raffinesse eine Lösung erarbeitet. Dank ihrer Innovativität können wir nun auch zukünftig unsere Anlage mit dem richtigen Gas ohne Maschine befüllen. Es war wohltuend und weiterbildend, den gut ausgebildeten Leuten bei ihrer Arbeit zuzusehen.

Das Gerät läuft und kühlt wieder einwandfrei. Ab Juni werden wir im heissen Brasilien die Anlage im Dauertest prüfen können.

Homepage des Klimaspezialisten: www.sistema134.com.ar

Limitierter Sprit

Vor dem Grenzübergang Colon (AR) in Richtung Uruguay wollten wir unsere Dieseltanks füllen. Der argentinische Preis ist gegen alle umliegenden Länder ein Renner. Gegenüber Uruguay ist er weniger wie die Hälfte, also noch bunkern.

Innerhalb 500 Meter reihen sich drei Tankstellen aneinander und locken uns mit ihren Zapfsäulen. Wir nehmen die YPF. Der Tankwart will uns zu der „Ausländer"-Säule weisen, die für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen vorgesehen ist. Dies heisst doppelter Preis, zur Vermeidung des Benzintourismus. Wir machen das Spiel nicht mit. Der nette Tankwart macht uns auf das Gesetz aufmerksam, die Esso nebenan gäbe den Diesel zum normalen Preis. Die haben wohl ein anderes Gesetz.

Bei der Esso entschuldigt sich der Tankwart, er hätte keinen Diesel, er erwarte aber den Tanklastwagen jeden Moment. Dies kann nach hiesigen Verhältnissen aber in 10 Minuten oder auch erst in 10 Stunden sein.

Also ab zur dritten Möglichkeit, zu Shell. Da meint der junge Argentinier, wegen Treibstoffknappheit sei die Dieselabgabe limitiert zum Normalpreis von 300 Pesos, dies sind rund 150 Liter. Wir meinten, wir seien ja 2 Personen und jeder von uns beiden würde gerne für 300 Pesos tanken. Die Atmosphäre war entspannt und der junge Tankwart sehr wissbegierig. Mit 550 Litern (1'100 Pesos) waren beide Tanks wieder voll gefüllt und keiner sprach mehr über die Limitierung.

Dieser freundliche Kerl hat sich sein Trinkgeld wirklich verdient.

Die Putzteufel

In Punta del Este (Uruguay) stehen wir eine Woche auf dem sehr schönen Camping „San Rafael". Mit unserem Quad unternehmen wir Ausflüge in und um Südamerikas mondänsten Badeort.

Über das Wochenende sahen wir unser erstes Autorennen live. Rennstrecke war die lange Uferpromenade hin und zurück und auch durch die Stadt wurde gebolzt. Monte Carlo liess grüssen.

Unserem Standplatz gegenüber bezog ein älteres, einheimisches Pärchen ihren überwinterten Wohnwagen mit Vorzelt. Was da alles geputzt wurde, fanden wir die ersten Tage schon recht speziell. In unserer Sicht war auch der freistehende Waschtrog, direkt vor der Behausung der beiden. Als aber am dritten Tag immer noch ganztags mit Brause und Wasser gespielt wurde, schenkten wir dem Ganzen etwas mehr Beachtung. Jedes Besteckteil wurde mit Netzmittel einzeln eingerieben und natürlich mehrmals nachgespült, Geschirr dito, tägliche gründliche Reinigung von Campingtisch und -stühlen. Das Pärchen war ganztags unzertrennlich mit Reinigungsmittel, Gummihandschuhen und Wasser verbunden. Auf uns wirkte die Lady als nicht abstellbarer Radio.
Am vierten Abend schnappte er sich das frisch gewaschene Auto und fuhr vorsichtig weg. Wir spotteten und meinten, er hole Nachschub von Reinigungsmitteln. Nicht nur das, nein. nach einer halben Stunde kam er mit zwei Tragtaschen voller Arbeit zurück. Gemüse wurde gewaschen. Als dann die neu gekauften Weinflaschen mit den neu erstandenen Reinigungsmitteln von oben bis unten geschrubbt und gespült wurden, waren wir fassungslos.

Oh je....Jetzt kommt Brigi mit einem Reinigungsmittel und einem Lappen zum Robusto raus...

www.nerogourmet.com

Wir geniessen die Hafenatmosphäre des Club Nautico in San Fernando. Tagsüber herrscht reger Verkehr durch eher luxuriöse Autos, welche zu noch grösseren und noch luxuriöseren Booten fahren.

Wir sind an den Vorbereitungen fürs Nachtessen. Es klopft und draussen steht ein aufgeregtes Pärchen. Sie spricht Brigi, die herausschaut in englisch an und meint, du bist doch Brigitte. Es stellt sich heraus, dass die beiden unsere Webseite kennen und uns schon einige Zeit im Internet verfolgen. Die Einladung zum Nachtessen von den zwei Sympathischen nahmen wir gerne an.

Was wir da noch nicht wussten: Santiago ist Gourmet-Koch und war schon in sehr exklusiven Häusern, auch für die Amerikanische Botschaft in BA tätig. Miroslava ist Hotelfachfrau und Sommelier. Sie hat in einer sehr bekannten Bodega in Cafayate, welche wir auch schon heimsuchten, gearbeitet.

Die beiden betreiben nun gemeinsam ein exquisites Catering. In ihrem fantastisch gestylten Haus verwöhnen sie bis zu 20 Leute. Betondecken, Stucco-Veneziano Wände, grossformatige Gemälde und ein toller Garten mit Swimmingpool. Eine topp ausgestattete Hotelküche und ein begehbarer, klimatisierter Weinschrank tragen zum Genuss und angenehmen Ambiente bei.

Wir wurden von Santiago und Miroslava mit einem ausgezeichneten Abendessen und hervorragenden Weinen verwöhnt. Für uns ein toller Abend mit 2 innovativen und herzlichen Argentiniern.

Fotogalerie

Argentinien - Uruguay: Dezember 2007