Januar 2009

RN40 St. María nach HualfinRN40 St. María nach Hualfin

Vorsicht gelb...

An touristischen Treffpunkten verweilen wir schon mal auf einem Camping. Robusto ist dadurch auch während unserer Abwesenheit, sei es um Sehenswürdigkeiten zu besichtigen oder während kleineren Touren, die wir mit der Kawi unternehmen, vor Einbrüchen relativ sicher.

Sofern aber grössere, gelbe LKW's mit der Aufschrift Tucantravel auf den Platz fahren, heisst es flüchten oder mindestens soweit wie möglich Distanz nehmen.

Dies ist nämlich ein günstiger Touranbieter für meistens junge Australier und Engländer. Auf dem Fahrzeug steht 18-35 Jahre: ein normaler 25 Jähriger ist aber sicher schon überfordert.

Da steigen dann bis zu 40 mehrheitlich trinkwütige Leute aus. Nicht nur nachts, nein während ihrer ganzen Aufenthaltsdauer wird mit lauter Musik und mit noch lauterem Gegröhl verbracht. Drogen sind im Spiel, sowie Bier und Schnäpse, die masslos getrunken werden.

In Cafayate fuhren tatsächlich zwei Busse gleichzeitig ein. Sie standen nebeneinander, jedoch relativ weit weg von uns. Sie beschallten den ganzen Platz während 2 Tagen und Nächten mit ihren überdimensionalen Lautsprechern-gleichzeitig, jedoch mit verschiedenen Musikstücken. Für uns war dies etwas gewöhnungsbedürftig. Die Sache eskalierte nach zwei Tagen insofern, als die Gruppe untereinander Streit bekam und ein betrunkener, randalierender Tourguide von der Polizei zur Ausnüchterung abgeführt wurde. Dies ist sicher keine Referenz für ein Unternehmen, welches mit Hamburger Kontrollschildern in Südamerika herumfährt. Wir waren während der Anwesenheit dieser Gruppen soviel wie möglich weg, denn wir wissen nun - Vorsicht bei gelb...

24. Dezember

Nach dem frühen Weihnachtsessen machen wir einen Abendspaziergang zur Plaza und der Kirche von Cafayate. Über Lautsprecher werden die Rosenkrank-Gebete sehr laut auf die Plaza übertragen. In der Kirche spazieren gemütlich Hunde herum und beschnuppern die Kirchgänger. Die Kirche ist im Vorfeld der Mitternachtsmesse schon sehr gut besetzt, was uns umso mehr erstaunt, als auf der Plaza auch noch sehr viele Leute die Zeremonie über die Aussenlautsprecher mitverfolgen. Ansonsten ist das Städtchen wie leergefegt.

Um Mitternacht wird mit Abbrennen von viel Feuerwerk, vor allem lauter Kracher, wohl das Christkind vertrieben.

Kontakte unter Travellern

Mittlerweile sind wir schon über drei Jahre unterwegs und zählen uns zu den echten Langzeitreisenden. Solche hat es mehr als man allgemein annimmt. Je nachdem in welchen Regionen man unterwegs ist, trifft man mehr oder weniger davon an. Für uns am extremsten war der nördliche Teil von Brasilien, wo wir während mehr als vier Monaten nur ein einziges Reisepaar mit ihrem Mitsubishi trafen. Das andere Extrem ist beispielsweise die Drehscheibe Salta, wo man in ein paar Tagen die verschiedensten Traveller treffen kann.

Aufgrund der ähnlichen Lebenssituationen versteht man sich sehr schnell, Erfahrungen und Tipps werden ausgetauscht. Immer wieder toll ist es, wenn wir jemanden treffen, mit dem wir aufgrund deren Anfragen nur Mailkontakt hatten. Sehr oft gibt es dann angeregte Gespräche und kurze Nächte. Schön sind auch Begegnungen mit Reisenden, welche man vor jenen Jahren mal in Afrika getroffen hatte.

Steinschutzgitter für die Frontscheibe

Aufgrund der Empfehlung eines Südamerikareisenden liessen wir uns bei Actionmobil kurz vor der damaligen Abreise noch ein Steinschutzgitter aus Chromstahl für die Frontscheibe bauen.

Beim Austesten auf der RN40 in Südamerika haben wir festgestellt, dass es uns beim Durchschauen des grobmaschigen Stahlgitters waehrend der Fahrt schwindlig wird. Mit Panzerglas im Alurahmen haben wir für jedes von uns ein Guckloch eingebaut.

Auf Feuerland haben wir das Gitter dann auf einer berüchtigten Strecke während rund vierzig Kilometern montiert. Leider kam kein Stein so hoch geflogen! Seither haben wir das spezielle Gitter nun über zwei Jahre auf dem Dach mitgeführt.

Aufgrund unserer Erfahrungen würden wir keinem LKW Fahrer das Herstellen und Mitführen eines Schutzgitters empfehlen. Wir haben zehntausende von Pistenkilometern ohne Gitter hinter uns gebracht, ohne auch nur einmal einen Stein auf Scheibenhöhe zu sehen. Ein Riss rechts in der Frontscheibe resultiert von Temperatur- und Druckdifferenzen bei einer Übernachtung in extremer Höhe. Dazu kommen zwei kleine Steinschläge, eingehandelt jeweils auf Autobahnen, wo sicher niemand auf die Idee kam, das Gitter zu montieren.

Nun reut uns der vom Gitter benötigte Platz auf dem Dach und wir überlegen uns ernsthaft, das kostbare Stück an einer Diffunta Correa zu hinterlassen.

Einkauf bei Carrefour und Co.

Wir werden öfters mal betreffend Einkaufsmöglichkeiten in Südamerika befragt. Je nach Region sind die Möglichkeiten verschieden, Grundnahrungsmittel bekommt man aber überall. Speziellere Sachen sind in mittleren bis grösseren Städten problemlos erhältlich. Da gibt es in Argentinien beispielsweise Carrefour, Libertad, Jumbo und so weiter und das Einkaufen macht so richtig Spass. Die Supermercados bieten eine riesige Auswahl von verschiedensten Artikeln an. Fantastische Frischwarenabteilungen, ein Weinsortiment vom günstigsten Packwein bis zum Luxuswein einer Nobelbodega, spezielle Käse und Wurstwaren und natürlich nicht zu vergessen ein immenses Fleischangebot.

Das Ganze ist für unser Europäerdenken und dank entsprechender Währung erst noch sehr günstig. Die Argentinier fahren immer mit dem Auto einkaufen, entsprechend gross und abgesichert sind die Warenhausparkplätze. Wir lassen Robusto öfters auf einem gut bewachten Supermercado-Parkplatz stehen und besuchen von da aus mit einem der preiswerten Taxis die Stadt.

Schweissausbrüche

... vom morgendlichen Thermalbad in Fiambala
... vom vielen heissen Teetrinken beim Frühstück
... aber sicher keine mehr vom Arbeiten für Geld!

Fotogalerie

Argentinien: Januar 2009