Januar 2010

Geier auf FussballtorGeier auf Fussballtor

Ins allgemeine Klagelied wollen wir nicht einstimmen

Wir hören und lesen immer wieder negative Geschichten über korrupte Beamte und Polizisten in Peru. Wir können dem nicht beipflichten. Im Gegenteil, bei der Einreise wurde unser Fahrzeug nicht kontrolliert und niemand machte die hohle Hand. Sobald die Strassenpolizei bei Kontrollen feststellte, dass wir Touristen sind, wurden wir fast ausschliesslich durchgewinkt. Bei zwei Ausweiskontrollen waren die Beamten nicht überfreundlich, aber total korrekt.

Eine heikle Situation: In einem schlecht signalisierten zweispurigen Kreisel fuhr ich auf rund hundert Metern gegen die Fahrtrichtung. Ein Polizist aus dem dort stationierten Patrouillenfahrzeug winkte uns zur Seite. Wir waren uns im Klaren, dass wir nun drankommen würden. Nachdem der Beamte sich hoch streckte, um mir die Hand zu geben, entschuldigte ich mich. Wir sahen das Schild für den Ort Trujillo nach links signalisiert, aber keinen Hinweis eines Kreisels. Er meinte, es hätte weiter hinten schon einen solchen. Brigitte war inzwischen ausgestiegen und wünschte ihm frohe Weihnachten. Die hatten wir dann auch, denn er fragte uns nach dem Woher und Wohin und die Kreiselgeschichte war für ihn erledigt.
Da war also einer, der uns berechtigterweise hätte büssen können!
Er liess uns einfach weiterziehen .... und das in Peru!!!!

Robusto(s) in Südamerika

Kürzlich kreuzten wir einen deutschen Reisenden, welcher schon einige Zeit in Südamerika unterwegs ist. Während des Gesprächs sagte er plötzlich, „ah Ihr habt also auch einen solchen Robusto. Ich hakte nach warum, ob er denn noch andere gesehen habe? Nein, meinte er, aber er habe schon viel von den Robustos gehört.
Wir klärten ihn auf, dass der Hersteller Action Mobil sei und er immer von demselben Robusto gehört hätte.

Ausreise Peru, Einreise Chile in Arica

Bei der Ausreise Peru kam ein hoher Beamter zu uns und fragte, ob das unser Fahrzeug sei und ob wir Druckluft hätten. Wir bejahten und er verschwand. Es dauerte einige Zeit, so dass sogar andere Beamte fragten, warum wir nicht weiterfahren würden. Endlich tauchte dann der um Hilfe-Fragende mit einem Fussball auf - für das kommende Spiel musste unbedingt mehr Luft hinein!

Als Einreiseerschwernis in Chile war die nette Hündin Delia verantwortlich. Die Früchte- und Lebensmittekontrolle wurde dieses Mal mit Schnüffelhund durchgeführt. Netterweise wurden wir vorgewarnt und Brigitte konnte die versteckten, vakuumverpackten Fleischsachen wieder in den Kühlschrank legen, bevor die Kontrolle begann. Von sechs Packungen entsorgte diese nur eine, weil ein gewisser Code nicht aufgeführt war. Dann durchsuchten sie das Innere von Robusto mit Delia minutiös. Delia war nicht so richtig bei der Sache - einerseits roch sie immer wieder unter dem Tisch, wo Amigo (unser Hund) jeweils auf dem Schaffell gelegen hatte, und anderseits wollte sie wieder zu mir raus, da ich mich mit ihr in der kurzen Zeit vorher bereits angefreundet hatte. Die Kontrolleurin begutachtete unsere Butter, Käse und andere Sachen im Kühlschrank und liess diese auch dort.

Die andere Zöllnerin, welche uns einen weiteren, notwendigen Stempel geben musste, war mehr an unseren Reisegeschichten interessiert. Weinflaschen und die gut bestückte Bar wurden nicht beanstandet. Wäre Robusto mit dem vorhandenen Röntgengerät kontrolliert worden, hätte das eine sehr langwierige Sache werden können.
Nach 2 Stunden hatten wir beide Zollstationen hinter und grinsten beim Wegfahren. Wir waren uns im Klaren, dass bei diesem Einreisezoll nach Chile schmuggeln (fast) nicht mehr möglich ist.

Rückblick 2009

In Argentinien-Chile-Bolivien-Brasilien-Venezuela-Columbien-Ecuador-Peru sind wir dieses Jahr mit Robusto 18'300 km und mit der Kawi 2'200 km gefahren - gesamthafter Tages-Durchschnitt 56 km.

Dank der extrem günstigen Dieselpreise in Venezuela reduzierte sich unser durchschnittlicher Treibstoffpreis auf 0.52 Fr. pro Liter!
Wir lagerten an 83 verschiedenen Plätzen und rund alle 4 ½ Tage wechselten wir den Vorgarten. Landesgrenzen haben wir 8x überquert, somit wurden wir nicht steuererklärungspflichtig und durften auch keine staatlichen Abgaben leisten!
Wir waren nie krank und haben auch nicht abgenommen.

Reiseroute Peru

Grenzübertritt Huaquillas - Tumbes - Punta Sal - Máncora - Pirua - Chiclayo - Sipán - Pimentel - Huanchaco - Trujillo - Chimbote - Casma - Barranca - Reserva Natural de Lachay - Lima - Pisco - Reserva Nacional de Paracas - Ocucaje - Nasca - Puerto Inca - Camana - Islay - Mejia - Moqueque - Tacna - Grenzeübertritt nach Arica/Chile.

Fotogalerie

Peru: Januar 2010