Februar 2010

Lamas in der Atacama WüsteLamas in der Atacama Wüste

Taxis in Südamerika

Preislich wie qualitätsmässig gibt es ein Süd-Nord-Gefälle. Am teuersten und eher luxuriösesten sind sie im Süden Chiles, wo sie etwa das Doppelte bis Dreifache wie im Norden von Kolumbien, Bolivien oder Peru kosten. Am abenteuerlichsten sind aber die günstigeren in den nördlichen Grossstädten. Wir haben festgestellt, dass der Unterhaltungswert mit dem Taxifahrer in alten Schrottkisten mit kaputten Stossdämpfern und durchgesessenen Sitzen am grössten ist.

Noch günstiger sind die Sammeltaxis in Bolivien und Peru. Diese fahren eine bestimmte Strecke und laden Leute zu, bis sie voll oder noch etwas voller sind. Da bezahlt man für dreissig Kilometer rund einen Sfr. pro Person. Diverse Düfte, und das Risiko beklaut zu werden, fahren gratis mit.

Wieder in Chile...

In Arica sind wir von Peru kommend wieder einmal mehr in Chile eingereist.
Ab sofort galt es zu beachten, dass bei jedem unbewachten Bahnübergang zwingend anzuhalten ist; solche hat es wegen alter Minengeleise viele. Anhalten muss man auch, wenn die Geleise total überwachsen sind und wahrscheinlich seit Jahren kein Zug mehr gefahren ist
Fussgänger haben in Chile wieder Rechte; es wird vor Fussgängerstreifen tatsächlich für sie angehalten.

Man sieht in den Städten extrem viele neuere Pick-ups und allradgetriebene Fahrzeuge.
Der Fahrstil ist auffallend defensiver und anständiger als in den nördlicher gelegenen Ländern.
In Bezug auf Fragen für eine Fahrzeugbesichtigung oder wie viel dieses Fahrzeug kostet, sind die Chilenen jedoch sehr offensiv.
Hier gibt es wieder Sodimacs, dies sind Handwerker-Einkaufscenter, d.h. „ Männer-Einkaufs-Paradiese".
Chile ist ein Bürokratenstaat. Für den kleinsten Einkauf bekommt man zwingend einen Beleg. In den letzten Jahren stellen wir in Chile eine immer stärkere Anbindung an Europa fest, nämlich bezüglich Angebot, Qualität und Preis.

Hundeerlebnisse in Salta/Argentinien

Auf dem Campingplatz in Salta mit dem riesigen Schwimmbecken kommen wir nicht an den verschiedenen freilaufenden Hunden vorbei, ohne uns mit ihnen etwas abzugeben. Von unseren drei Favoriten vom letzten Jahr ist nur noch „Lady" hier. Sie hat scheinbar in der Zwischenzeit einmal Junge gehabt. Als sie uns sah, kam sie wedelnd zur Begrüssung angetrabt. Leider scheint Blacky, ihr damaliger Freund, dessen Augenverletzung wir pflegten, einem Tierfänger in die Netze geraten zu sein. Wir hätten uns auch auf ein Wiedersehen mit ihm gefreut.

Der „Pirat", ein über 40 Kilogramm schwerer, weisser Brocken mit einem schwarz umrandeten Piratenauge ist schon seit unserem ersten Besuch in Salta vor rund vier Jahren der Liebling der Platzangestellten. Er wird rund zehn-jährig sein.

Nun hat er vor unserer diesmaligen Ankunft eine seiner Freundinnen gegen einen anderen Rüden verteidigt. Dabei fing er sich eine schwere Ohrverletzung ein, die schlimm anzusehen ist. Wir liessen einen Tierarzt rufen und der unkomplizierte Spezialist behandelte ihn einen Tag nach unserer Ankunft auf einem im Freien stehenden, betonierten Asado-Tisch. Er schnitt das verweste Fleisch inkl. lebenden Maden aus dem Ohr heraus, säuberte die ganze Geschichte mit Wasser, streute Zucker über die schlimm aussehenden Wundstellen und desinfizierte mit einem Spray. Er spritzte und verschrieb Antibiotika, welche die verantwortlichen Angestellten zu verabreichen hätten. Er instruierte diese auch, wie sie das Ohr reinigen und mit dem Spray desinfizieren sollten. In den folgenden drei Tagen stellten wir leider fest, dass das Problem auf argentinisch - mañana - gelöst, bzw. eben nicht gelöst wurde.

Die Verletzung verschlimmerte sich erneut und wir intervenierten bei der Platzchefin und verlangten, dass sie auf unsere Rechnung den Tierarzt kommen liess. Der uns sehr sympathische Mann kam am Samstagabend um 21.00 Uhr noch vorbei.

Wir verfrachteten „Pirat" mit einer Schubkarre zu einer beleuchteten Wasserstelle, wo er versorgt wurde. Als Maulkorb diente ein roter Elektrodraht, welcher „Pirat" um das Maul gewickelt wurde und damit das Zubeissen verunmöglichte. Er bekam eine Infusion mit einem starken Medikamenten-Cocktail verabreicht. Die eiternde Wunde wurde nochmals gereinigt und desinfiziert.

Danach legten wir ihn an einen regengeschützten Ort, wo er sofort einschlief.
Sonntags wurde „Pirat" nochmals vom Tierarzt versorgt.

Anschliessend haben wir nun seine Wunden gereinigt und desinfiziert. Mit dem verstümmelten Ohr wird er keine Schönheitskonkurrenz mehr gewinnen, aber auch keine Blutvergiftung bekommen. Es scheint ihm wieder gut zu gehen.

Und nun noch ein kleines Happyend:

Vor über einer Woche tauchte eine junge Hündin bei uns auf. Sie litt unter einer Hauterkrankung und kratzte sich andauernd. Wir duschten sie mit einem Spezialshampoo, gaben ihr Futter und zu trinken und eine kleine Dosis meiner Heuschnupfenpillen gegen den Juckreiz. Am drauffolgenden Morgen wollten wir mit ihr zu einer Vetarinario fahren und sie behandeln lassen. Leider blieb sie für eine Woche verschwunden.

Lady, unsere Hundebekannte hatte mittlerweile wieder unter unserem Robusto ihre Zelte aufgeschlagen. Vorgestern Nacht dann Hundelaute unter Robusto - die junge Hündin, von uns Susi genannt, war wieder da. Als wir die Beiden miteinander sahen, war auch klar, dass die Kleine ein Junges von Lady war. Ihr Fell war teilweise ausgegangen und sie hatte am ganzen Körper aufgekratzte Wunden. Dies rief wieder unseren, mittlerweile zum Freund gewordenen Tierarzt auf den Plan, welcher ihr Medikamente spritzte und die Haut behandelte. Gestern Nacht schlief die kleine Susi in einer Plastikfaltbox, ausgekleidet mit einer Swissairdecke, selig neben Lady, ihrer Mutter unter Robusto.

Reiseroute Chile

Grenzübertritt Arica - Putre - Lauca Nationalpark - Las Vicuñas Reserva National - Paserijo - Huara - Iquique - Calama - San Pedro de Atacama - Paso de Jama - Grenzübertritt nach Susques Argentinien.

Fotogalerie

Chile: Februar 2010