September 2011

Huayan Tempel, DatongHuayan Tempel, Datong

Ausreise Mongolei in Zamyn-Üüd und Einreise in China Erenhot

Das LKW-Fahrverbot in der Stadt Zamyn-Üüd übersahen wir und somit überholten wir die Warteschlange der Brummer für den Grenzwechsel. Nicht nur die LKW's, nein wir wollten es wissen und fuhren auch an der Kleinwagenkolonne vorbei. Täglich werden an diesem Grenzübertritt über 500 Fahrzeuge abgefertigt und wir waren an diesem Tag um 08.00 Uhr unter den Ersten.

Beim Schlagbaum erhielten wir nach Zahlung von Strassenmaut und sonstigen Abgaben den Laufzettel für die Ausreise. Mit dem Hinweis, dass wir einige Meter weiter vorne rechts runter zu den Gebäuden fahren sollten, wurden wir durchgelassen. Und eben in diesem Gebäudekomplex (mit X-Ray-Gerät) erhält man das für China unbedingt benötigte „Cargo Manifest"-Dokument. Die Ausreise verzögerte sich dann doch wegen eines einstündigen Stromausfalles; das benötigte Formular konnte nur mit dem Computer erstellt werden. Ob aus Neugier oder wegen eventuellen Warenschmuggels wurde Robusto noch kurz auch von innen inspiziert. Während der ganzen Zeit wurden wir von einer sehr attraktiven, netten Zolloffizierin betreut. Habe daher das erste Mal in meinem Leben eine Zollchefin im Dienst zum Abschied geküsst.

Schweren Herzens verabschieden wir uns von der Mongolei. Wir durften während den letzten drei Monaten eine grossartige Landschaft mit einem unwiderstehlichen

Charme der Weite und Einsamkeit bereisen. Wer weiss....

Ein absoluter Hit war die Einreise in China. Beim Eintritts-Gate wurden wir zur Seite gewiesen. Fünf Minuten später kamen ein Offizier und eine Dolmetscherin und entschuldigten sich, wir dürften erst ins Zollgelände, wenn unser Chinesischer Begleiter anwesend sei. Dann war erst Mal Fototermin: Plötzlich waren etwa 8 Beamte da und wollten jeder alleine mit Robusto und mir fotografiert werden.

Günther, unser Begleiter war zwischenzeitlich auch eingetroffen und dann ging Alles unglaublich schnell. In Begleitung eines englisch sprechender Offiziers wurden wir an einer riesen langen Schlange anstehender Reisender vorbei zuvorderst zum Immigration-Schalter komplimentiert. Für uns war dieses Überholen eher peinlich, aber die Wartenden glaubten sicher wir seien VIP´s. Während Günther und Brigitte die Passformalitäten erledigten, begleiteten zwei Zollbeamte mich zum Fahrzeug, kontrollierten dies kurz und liessen mich mit Robusto die Schranke passieren Weitere Beamte verglichen die Fahrzeugnummern von Robusto und der Kawasaki mit ihren Papieren und zogen das Mongolische Fracht-Formular ein.

Die ganze Einreiseprozedur dauerte maximal 20 Minuten. Anschliessend fuhren wir hinter einem PKW aus dem Grenzzollgebiet nach Erenhot, wo wir auf dem Parkplatz des Hotels Haifeng (Zollhof) auf die endgültige Einreiseerlaubnis der Zollzentrale des Kantons der Inneren Mongolei warten mussten. Diese erhielten wir erst am Folgetag. Die Wartezeit verbrachten wir mit verschiedenen Besorgungen. Am Abend genossen wir mit Günther im Hotel ein ausgezeichnetes, chinesisches Essen, welches alles bisher von uns „Chinesisch Gegessene" weit übertraf.

Kleiner LKW-Stau

Nach der Besichtigung der Longmen-Grotten fuhren wir von Luoyang die Umfahrungs-Autobahn in Richtung Xian. 08.30 Uhr: Plötzlich kommen uns Fahrzeuge in unsere Fahrrichtung entgegen - Hilfe Geisterfahrer! Nein, eine Autobahnbrücke war eingestürzt und um nicht im Stau zu stehen, wird auf der Autobahn einfach gewendet. Flexibilität beim Autofahren wird in China sowieso zu einem neuen Begriff für uns. Zum Glück konnten wir diesen grossen Verkehrsknotenpunkt grossräumig auf Landstrassen umfahren. Später als wir dann wieder auf der Autobahn fuhren, sahen wir auf über 100km LKW´s im Stau auf der Gegenrichtung stehen.

Drängeln...

Bei den über 1,5 Milliarden Menschen kommt es auch in dem riesigen China fast überall und ganz besonders bei Touristenattraktionen zu sehr grossen Menschenansammlungen. Da bleibt für den Einzelnen oft wenig Platz; schamlos wird gedrängelt, gedrückt und überholt, sei dies an einer Kasse, in der Fussgängerzone oder im Strassenverkehr.

Von anderen Ländern sind wir schon Einiges an rücksichtslosem, gefährlichem Fahrverhalten gewohnt. So störte es uns nicht mehr besonders, wenn auf der dreispurigen Autobahn links und rechts überholt und knapp reingedrückt wurde. Dass die Pannenspur notfalls auch noch zum Überholen herhalten muss, kam uns auch bekannt vor. Für uns jedoch unbegreiflich und gefährlich ist das Verhalten von Fahrern auf normaler Hauptstrasse. Da wird von Autobussen, LKW und PKW mit und ohne Sicht nach vorne in jeder Situation laut hupend überholt; vor, in oder nach der Kurve. Wer die lautere Hupe hat gewinnt im Normalfall, sofern der Gegenverkehr nach Möglichkeit bremst oder ausweicht. Manchmal reicht es leider nicht und Buddha kommt auch zu spät, so knallt es eben. Wir haben bis jetzt Glück gehabt. Vor jeder unübersichtlichen Kurve hupen wir, damit entgegenkommende, kopflos Überholende vorgewarnt sind. Wir sind zuversichtlich, dass unser Schutzengel oder was auch immer, weiterhin aufmerksam bleibt.

Neue, zusätzliche Kamera

Seit der Einreise in China hatten wir mit unserer Nikon ein Fokusproblem und daher viele unscharfe Bilder. In Xian schauten wir bei Nikon vorbei und kauften eine neue D300s mit einem guten Zoom-Objektiv. Zu unserer Freude wurde die alte D200 gratis repariert. So sind wir nun noch vielfältiger und besser ausgerüstet.

Einkaufen in China

In den chinesischen Grossstädten (kleine Städte gibt es kaum) kann man alles Nötige und auch Unnötige kaufen. Das Angebot ist riesig und wird vor allem mit weltweit bekannten Modegeschäften und sämtlichen elektronischen Gerätemarken vertreten.

Die meisten Verpackungen von Lebensmitteln sind nur auf Chinesisch beschriftet, so gibt es manchmal beim Öffnen Überraschungen. Bei Schachtelkäse hat sich dann herausgestellt, dass für uns ungewohnter Schokoladenkäse verpackt war.

Das Bezahlen oder nach einem Preis nachfragen ist einfach. Der Preis wird in einen überall gegenwärtigen Taschenrechner eingegeben und kann von uns abgelesen werden. Das Wechselgeld, auch einfach zu rechnende Beträge wie 90RMB mit einem 100er Schein bezahlt, wird mit dem Rechner ausgerechnet. Die zwei Fünfer Retourscheine werden vor der Herausgabe dann dreimal nachgezählt.

Ausländische Kreditkarten werden in der Regel nicht akzeptiert.

Verbotenes ist etwas teurer!

Wir fahren entlang des Koko Nor (Quinghai) Sees. Die Zufahrt zum Ufer ist nur über Privatstrasse möglich. So stehen die Grundstückbesitzer winkend am Strassenrand und versuchen so einige RMB zu kassieren.

Von Jiangxigou aus kann man mit einer Unmenge von chinesischen Touristen eine Halbinsel mit Touristenbussen besichtigen, auch wenn keine Vögel da sind. Wir verzichteten auf deren Besuch, wollten aber 50 Km weiter in einem Ort frischen Fisch vom See essen. In einem Restaurant konnten wir 2 kleine Fische zu einem übertriebenen Preis bestellen. Wegen der Anwesenheit von Regierungsleuten im Restaurant mussten wir aber in einem Hinterstübchen essen. Erst da wurde uns mitgeteilt, dass ein Fangverbot dieses Fisches besteht und der Verkauf mit sehr hohen Geldstrafen geahndet wird. Wir hätten uns auch mit Schweinefleisch süss-sauer zufrieden gegeben!

Einen Tag später essen wir in Golmud in einem uns empfohlenen Restaurant. Drei grosse fantastisch gekochte Fische, für welche wir nur einen Fünftel der 2 Kleinen bezahlt haben. Geschützt, hat einfach seinen Preis.

Fotogalerie

China: September 2011