Mai 2012

Tradition und Modern auf dem Chao PhrayaTradition und Modern auf dem Chao Phraya

Fischen mit Netz und Licht in Thailand

Als unerfahrener Hobby-Fischer habe ich gemeint, Fischen mit Licht sei weltweit verboten. Hier in Thailand scheint dies aber nicht der Fall zu sein. Wenn man nachts auf das Meer hinausschaut, sieht man mehrheitlich sehr viele helle Punkte am Horizont. Manchmal meint man, eine beleuchtete Autobahn ziehe sich dahin.

Dabei werden die Fische mit grossen, beidseitig linear verlaufenden Lichtausleger ans Boot gelockt und mit dem Netz dann gefangen.

Wir haben südlich von Ban Krut dem Entladen der mittleren bis grösseren Boote zugeschaut. Gestaunt haben wir, was für riesige Mengen Fische von jedem der Boote in einer Nacht gefangen wurden. Die Laderäume der Boote werden anschliessend sofort gereinigt und zwecks gewähren der Kühlkette wieder mit zerstossenem Eis nach gefüllt.

Für mich ist es unbegreiflich, dass das Meer eine solch unfassbare Menge von Fischen und Meeresfrüchten hergibt.

Wir kaufen Fisch und Meeresfrüchte ausschliesslich auf dem lokalen Markt. Mittlerweile hat man uns gezeigt, wie man welche Fische kritisch begutachten kann. Meeresfrüchte sind aber mehrheitlich aus thailändischen Zuchtstationen. Trotzdem oder gerade deshalb sehr frisch.

Mehrmals wöchentlich geniessen wir die Köstlichkeiten, die das „grosse" Wasser hergibt.

Bangkok

Verkehr: In und durch Bangkok auf den mehrspurigen Schnellstrassen und Autobahnen zu fahren ist dank guter Beschilderung kein Problem. Wir haben Robusto beim Internationalen Flughafen rund 25 KM ausserhalb des Zentrums parkiert. Von dort sind wir mit dem Sky Train, einer modernen Hochbahn jeweils schnell und günstig ins Zentrum gebracht worden. Taxis mit Taximeter gibt es unzählige und damit sind auch längere Fahrten preiswert. Auf dem Fluss Chao Phraya verkehren regelmässig Fährboote, von denen aus man einen guten Einblick vom Leben am Wasser in den verschiedenartigsten Unterkünften bekommen kann. Auch staunt man ob der Vielfalt der Boote; zweisitzige Jet-Ski, kleine und grosse Longtail Boote bis zu den Reislastkähne, welche von sehr kleinen, aber umso stärkeren Schleppern gezogen werden, schwimmt Alles durch das aufgewühlte Wasser.

Besichtigungstour: Der heiligste Tempel von Thailand Wat Phra Kaeo, Wat Pho mit dem 46 Meter langen, liegenden Buddha und das Nationalmuseum waren trotz der nun in Asien schon sehr vielen gesehenen Schreine und Tempel einige lohnenswerte Begehungen. Bei über 33 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchtigkeit sind die weitläufigen Sehenswürdigkeiten aber auch ein sehr schweisstreibendes Fitnesstraining.

Einkaufszentren: Nichts ist so austauschbar wie die grossen, modernen Shopping Malls in den Grossstädten. Überall die weltweit bekannten Luxusmarken von Mode und Schmuck. Für uns aber interessant das vielseitige, nationale und internationale Essensangebot in den verschiedensten Restaurants. Auch nicht zu verachten ist die wohl kühle, aber trockene Luft.

Beauty break: Im neu eröffneten „Super Bangna Mall" wurde von einer Japanischen Wellness-Kette als Promotion eine Gesichtspflege für 8.00 Euro angeboten. Wir betraten den gläsernen, sterilen Tempel mit seinen 30 super Liegen. Niemand war sichtbar. Plötzlich bewegten sich die weissen Frottiertücher auf den hintersten Kosmetikliegen und darunter kamen 4 verlegen lächelnde, verschlafene Thai-Girls zum Vorschein. Die Gesichtspflege mit den verschiedenen Cremen, Massier-und Dampfgeräten war ungewohnt, aber angenehm und wohltuend. Eine Verjüngung ist leider nicht feststellbar!

Mandarin Orientel Bangkok: Vor über 30 Jahren habe ich mich während kurzen Bangkok Aufenthalten zweimal im Orientel einquartiert. Das Hotel hat mich begeistert. Beeindruckt hat mich damals auch, dass der Concierge sich beim zweiten Besuch nach einem Jahr entschuldigte, ich hätte nicht dasselbe Zimmer, welches ich vor einem Jahr gehabt hätte. Für mich spielte das keine Rolle, aber diese Logistik hat mir Eindruck gemacht. Nun habe ich das Orientel vom Schiff aus wieder gesehen. Es wirkt neben all den sehr grossen, neuerbauten Hotelkästen klein und unscheinbar. So ändern sich die Zeiten.

Wir nutzten den Aufenthalt in Bangkok auch für eine Zahnkontrolle und Reinigung. In einem grossen internationalen Privatspital mit dreissig Spezialabteilungen erfuhren wir eine gewaltige Administration. Beim Eintrittsverfahren wurde man fotografiert und nachdem man einen 2-seitigen Vertrag unterschrieben hatte, gab es eine Spital ID. Für alle Eventualitäten musste man eine Adresse im Falle eines plötzlichen Ablebens während der Behandlung bekannt geben. Wohlverstanden wir wollten nur eine Zahnreinigung, keine Herzoperation vornehmen lassen. Warum der Blutdruck auch noch gemessen wurde ist uns ein ungelöstes Rätsel. Soweit zur etwas übertriebenen Bürokratie.

Leider enttäuschte die doch recht teure, eigentliche Reinigung und Kontrolle auf der ganzen Linie. Der nette Arzt war ein nervöser, unsorgfältiger Handwerker. Die oberflächliche Reinigung war dann das schnellste beim Spezial-Center-Aufenthalt. Bei der Kontrolle wurde ein kleiner, abgebrochener teil eines Zahnes nicht mal bemerkt.

Der Internet-Auftritt und die Realität klafften daher bei unserem Besuch weit auseinander. Früher sagte man, Papier ist geduldig und nun ist es halt die digitale Netz-Welt!

Fotogalerie

Thailand: Mai 2012