September 2015

Ovahimba Kind im KaokoveldOvahimba Kind im Kaokoveld

Aller guten Dinge sind Drei

Nach einem Monat gemeinsamen Fahrens in Namibia, welches wir mit unserem Besuch Thomas, Sandra, Lara und Noah sehr genossen, machten wir uns auf den Weg ins Kaokoveld zum Kunene an die Angolanischen Grenze. Wie geplant, befuhren wir einige spannende Flusstäler wie Huanib, Sawurogab, Hoarusib, Khumib, Marienfluss, bis zum Kunene hoch. Dies war für uns wieder einmal mehr ein Geniessen der Einsamkeit in grandioser Natur.

Nach einigen Tagen Aufenthalt am Kunene fuhren wir über Opuwo, Oshakati, Ondangwa, Eenhana, Okongo Richtung Rundu. Wir wollten einige Zeit im Caprivi-Zipfel verbringen.

70 KM nach Okongo, auf der Teerstrasse passierte es!

Ein riesen Knall, parallel mit einem Ausbruchversuch des LandCruisers, schreckte uns aus dem ruhigen Dahingleiten auf der geraden Teerstrasse auf. Im linken Rückspiegel sah ich unseren Commander in extremer Schieflage und konnte das Gespann durch subtiles Abbremsen am linken Strassenrand zum Stehen bringen.

Was war geschehen?

Das linke Rad unseres Trailers hatte sich komplett inklusive Bremstrommel seitlich in die Natur verabschiedet. Brigitte fand es rund 100 Meter entfernt in einem Gebüsch. Die Felge war defekt, der Reifen jedoch nicht platt. Das Aussehen der abgeschliffenen Radachse liess ein Montieren des Reserve Rades vergessen. Mittags um 13:00 Uhr telefonierten wir mit unserem Satellitentelefon unserer Versicherung. Die zuständige Person versprach, ein Recovery-Team zu schicken.

Commander Breakdown Rad verloren

Das erste Team traf dann aus dem 70 KM entfernten Okongo abends beim Eindunkeln ein. Tragischerweise eine Lachnummer. Drei grosse, leider schon recht angesäuselte Kerle hatten sich in einen kleinen, wirklich kleinen Pick-up gezwängt. Hinten angehängt hatten sie eine einzelne Achse mit Rädern, welche wahrscheinlich höchstens die Vorderachse eines Fiats 500 getragen hätte. Also nichts für unseren 1‘400 Kg schweren Commander.

Recovery Team Nummer 1 Recovery Team Nummer 2

Wir telefonierten wieder mit unserem Versicherungsagenten, welcher versprach, aus Südafrika oder von Windhoek aus ein vernünftiges Team zu senden. Wir bestätigten ihm, dass wir die Nacht am Unfallort in unserem Trailer übernachten würden.

Anderntags kam, für unser Dafürhalten viel zu früh am Mittag, ein zum Aufladen zu schmaler Recovery-Lkw. Er war weder von Windhoek noch von Südafrika, sondern vom 160 KM entfernten Ondangwa. Nach 5 Stunden mühsamer Arbeit hatten wir den Trailer mit unserer Ausrüstung ohne weiter zu beschädigen, aufgeladen.

Aufladen Aufladen Ersatzrad

Recovery Aktion Trailer eventuell zu klein ? Unser Commander findet nicht richtig Platz

Abenteuerliches Unterfangen Abenteuerliches Unterfangen Irgendwie ist er drauf

Den Vorschlag des Agenten, den Commander ins rund 1‘000 KM entfernte Windhoek zu einer Conqueror Servicestelle zu bringen akzeptierten wir gerne, hatten wir Bernd, den Besitzer dieses perfekten Offroad-Centers schon persönlich kennen gelernt.

LKW mit unserem Commander-Trailer

Nach einer Hotelnacht in Odangwa, wo wir nachts im Finstern noch hingefahren waren, starteten wir mit dem Toyo ins 800 KM entfernte Windhoek. Ausgangs Ort stand bei der Recovery-Zentrale der LKW mit unserem aufgeladenen Trailer. Wir versicherten uns beim Boss des Teams, dass der LKW nach zusätzlichem Sichern mit neuen Gurten unseres Commanders direkt nach Windhoek gefahren würde, wo er am folgenden Morgen sicher dort sei.

Wir waren mit unserem Toyo einiges schneller und erreichten unser reserviertes Zimmer am späten Nachmittag. Nach einem deftigen Essen in Joe's Bierhaus mit einem in einem grossen Sauerkrautkessel gekühlten Sauvignon Blanc war die Welt wieder einigermassen in Ordnung und wir verabschiedeten uns dann in die Heia.

Entspannen im Joe's Beerhouse

Unser Commander traf am folgenden Morgen wirklich mit nur drei Stunden Verspätung beim Offroad Center ein. Aber oh Schreck, er war auf einem Trailer, nicht mehr auf dem LKW aufgeladen. Der Motor des LKW habe den Geist aufgegeben, und dadurch hätten sie den Commander irgendwo umladen müssen. Dies muss sehr unsorgfältig, ja brutal geschehen sein, denn der Commander war unten auf und rundum extrem beschädigt. Für uns ein Déjà-vu Erlebnis in Afrika.

Beschädigter Trailer

Bei beiden Schadenfällen waren die eigentlichen Kosten für die Schadensbehebung nur ein Drittel der Gesamtkosten. Der Rest waren Kosten für Schäden, verursacht durch kopfloses, unsorgfältiges Behandeln der Fahrzeuge beim Auf- oder Umladen während unserer Abwesenheit durch die Recovery-Teams. Da die Recovery-Teams die Versicherungen organisiert hatten, mussten sie für die Schäden auch aufkommen!

Marcel vom Offroad-Center machte Bilder und hielt Rücksprache mit dem Conqueror Werk in Heidelberg. Aufgrund der vielen Beschädigungen kamen sie zur Entscheidung, dass unser Commander ins Werk nach Heidelberg/Südafrika zum Reparieren gebracht werden sollte.

Noch gleichen Tages organisierten wir ein seriös ausgestattetes Recovery-Team und luden unseren Commander um. Nun stand der Überführung für die 1‘500 KM über Botswana nach Südafrika nichts mehr im Wege. Mit Andrew und Dellen verabredeten wir uns am drauffolgenden Morgen um 9:00 Uhr vor der Botswanischen Grenze für den gemeinsamen Grenzübertritt mit unseren Fahrzeugpapieren. Der Grenzübertritt klappte wie geschmiert und wir verabredeten uns für die Ausreise aus Botswana und die Einreise nach Südafrika auf den drauffolgenden Morgen 7:00 Uhr vor der Botswana Grenze ab.

Das einzige halbwegs vernünftig aussehende Hotel, 60 KM vor der Grenze erreichten wir erst nach Einbruch der Dunkelheit. Dies war wohl mit ein Grund, dass wir das letzte noch erhältliche Zimmer sofort bezogen, und erst später merkten, dass wir wohl in einem Stundenhotel gelandet waren. Das nicht abschliessbare Badfenster, sowie die Eingangstüre ohne Schlüssel sicherte ich mit zwei Lärmfallen. So konnten wir schlafen und trafen morgens um 7:00 Uhr vor der Grenze unser Recovery-Team. Die Beiden hatten die wenig verbleibenden Stunden im Fahrzeug geschlafen.

Ruckzuck und die Ausreise aus Botswana war geschafft. Nun stand die Einreise das dritte Mal innerhalb eines Jahres nach Südafrika an. Der untersetzte Beamte, welcher uns nach einer Stunde Diskutieren das zweite Mal, nach dem Brandschaden mit dem Discovery 3 Monate Visa gegeben hatte war auch am Schalter. Wir hatten Glück und kamen knapp an ihm vorbei zu einer jungen, hübschen Beamtin. Sie nahm unsere Pässe entgegen, blätterte kurz darin, sah die vielen Stempel und tack, waren je ein drei Monats Visa mehr reingestempelt. Unseren Freudensprung machten wir erst ausserhalb der Sichtweite der Beamten. Ein neues Gesetz, welches nur eine drei monatige Aufenthaltsdauer innerhalb eines Jahres für Touristen erlaubt, konnten wir glückhaft umgehen.

Aller guten Dinge sind drei:

Innerhalb eines Jahres drei mal drei Monate Visum für Südafrika zu bekommen gilt sicher als eher ungewöhnlich. Wir sind dankbar dafür!

Innerhalb 10 Jahren Reisen mit über 280‘000 gefahrenen KM dreimal ernsthaftere Schäden an den Fahrzeugen muss man akzeptieren und hinnehmen:

  • Der Erste war der Garantiefall mit der Robusto Kabine.
  • Der Zweite war der Brandfall mit dem Discovery.
  • Zu guter Letzt nun der Radverlust am Conqueror Commander.

Jeder der drei Fälle hatte schlussendlich aber auch eine positive Seite.

Die Kabine des Robusto‘s wurde durch die damals notwendige Garantie Leistung sowie durch Eigenleistung und Nachrüstung mit neuen Geräten unsererseits noch vermehrt verkaufswürdig präsentabel.

Der Brandfall des Discovery regte uns zum Nachdenken an, mit der Erkenntnis, dass der Land Rover für unsere Nutzungsansprüche ein zu luxuriöses, mit seiner Luftfederung im harten Geländeeinsatz zu wenig verlässliches Fahrzeug ist. Der Wechsel zum V8 Diesel LandCruiser war und ist ein voller Erfolg.

Da die Reparatur Arbeiten für den Commander mindestens 2 Monate in Anspruch genommen hätten, tauschten wir ihn im Werk gegen einen neuen Conqueror Companion ein. Der Companion ist vom Fahrgestell her mit den gleichen Komponenten wie der Commander aufgebaut. Hat aber anstelle von 4 nur noch 2 Betten. Dadurch aber mehr gut eingeteilter Stauraum. Ist erst noch 200 Kg leichter. Alles Verbesserungen, die in Zukunft bei eher erschwerten Reisebedingungen in Sambia, Malawi, Tansania, Mozambique sicher nicht nachteilig sind.

So, und nun freuen wir uns auf das Weiterreisen. Am 22. September ging es wieder weiter!

PS: Am 18. September ist das Geld für den nach 7 Monaten reparierten und nun verkauften Discovery eingetroffen. Die Versicherung hat dieses Mal den entstandenen Schaden am Commander sowie die Überführungskosten afrikanisch ungewohnt schnell und kulant bezahlt.

Robusto in Afrika

Nach acht Jahren und 170‘000KM gefahren in Südamerika und Asien haben wir den von uns mit Action Mobil gebauten Robusto an Andreas und Claudia M. verkauft. Sehr spezielle Vorkommnisse während und kurz nach der Fahrzeugübergabe liessen die uns vorher sympathischen Beiden in einem anderen Licht erscheinen. Nur mit Zuhilfenahme von Gesetzeshütern konnten wir Bedrohungen abwenden.

Nun nach über zwei Jahren standen wir in Windhoek auf einem Campingplatz. Die neuen Besitzer mit ihrem Sohn M. fuhren mit Robusto auf den Platz. Robusto ist nun stirnseitig auf dem Sonnenschild gross mit www.africascout.tv angeschrieben. Vorne hinter der Windschutzscheibe steckt zusätzlich ein Presse Schild!

Diese ganze Webseite besteht ausschliesslich aus von unserer Homepage unerlaubterweise kopierten Bildern und Text. Der Rest wie Team und Homeseite besteht aus Kauderwelsch. Fotos 2013 Australien und Fotos 2014 Simpson Desert die auf seiner HP erscheinen sind ausschliesslich unsere Fotos. Fotos unter Fahrzeuge zeigen sogar unseren Nissan Patrol mit Trailer unterwegs in Australien. Notizen 01.2014 findet man 1:1 aus unserer HP kopiert!

Africascout Robusto in Afrika Powered by Actionmobil ???

Am 7.05.2015 wurde von Andreas Mareien auf youtube „Das ultimative Expeditionsmobil Robusto" veröffentlicht. Es erweckt den Eindruck von eigener Reiseerfahrung! Wundert es noch jemand, dass die darin gezeigten 30 Action-Fotos wieder unrechtmässig von unserer HP kopiert wurden. Uns fallen für ein solches Verhalten folgende Begriffe, Erklärungen ein:

Krankhafter Geltungsdrang, mehr Schein als Sein, Vortäuschung von (nicht vorhandener) Reiseerfahrung.

Ist dies das Verhalten eines seriösen Geschäftsmanns, der seit kurzem Wohnmobile verkauft und vermietet, ja sogar begleitetes Reisen in Afrika anbieten will?

Für uns ist dieses Verhalten so suspekt und krumm, dass wir sagen: Nicht ärgern, nur wundern!

Fotogalerie

Namibia: September 2015