Juni 2015

Gelbschnabel-TokoGelbschnabel-Toko

Botswana, der Norden

Von Maun aus haben wir die letzten drei Wochen eine Runde durch den Moremi und Chobe NP, Kasane und Nata mit mehrtägigen Besuchen einiger interessanten Lodges wieder nach Maun gedreht.

Die Fahrt durch den Moremi mit Commander war für uns wegen sehr schlechter, ausgefahrener Pisten eher etwas nervig. Einmal mussten wir mit dem Gespann durch reichlich Wasser und beim Überqueren einer langen, schmalen Holzbrücke, welche unter dem Gewicht unserer Gefährte schon recht ächzte kamen mir Erinnerungen. Erinnerungen an das Befahren der Transamazonica mit Robusto und deren 220 Holzbrücken.

Im teuren, aber schlecht gepflegten Campground North Gate, wo wir übernachteten, wurden wir durch den Besuch einer Hyäne überrascht. Wir sassen nach dem Nachtessen an unserem Lagerfeuer, als diese zwischen uns und dem Trailer vorbeischlich. Nur kurze Zeit später kam sie von seitlich rechts vorne und lief vier Meter vor uns und unserem Feuer vorbei. War sehr eindrücklich, dieses stattliche Tier so nahe zu sehen.

Von Süd nach Nord durchfuhren wir anschliessen den Chobe Nationalpark. Katzen haben wir da auch nicht getroffen. Dafür aber abwechslungsreiche Landschaft und erfreuliche Tiefsand-Pisten, welche ihren Namen verdienen. Wir hatten die Wahl zwischen der östlichen Pan Piste, welche wegen vielen Büschen sehr holprig sein soll, oder der 50KM tiefsandigen Sand Ridge Piste. Wir hatten einen Riesen Plausch wieder einmal so richtig zu Sändelen. Die Sandspiele beinhalteten auch das Einsetzen unserer Seilwinde mit 28 Meter Stahlseil und 40 Meter zusätzlichen Gurten. Wir zogen uns damit aus einer langen Fesch Fesch Mulde heraus, wo ich im falschen Gang reingefahren und abgesoffen bin.

Vor dem Befahren einer langgezogenen, bergwärts führenden Sand Spur mussten wir, um mehr Schwung zu holen nochmals zurück setzen. Dabei konnten wir uns von der Wirksamkeit unserer vier Maxtrax überzeugen.

Elefantastisch

So viele Elefanten wie auf dieser Runde haben wir auf all unseren Reisen in Afrika noch nie gesehen.
Bei verschiedenen Wasserlöcher haben wir Gruppen bis zu dreissig Stück erlebt. Waren wir am Anfang bei Begegnungen noch übervorsichtig, getrauen wir uns mittlerweile einiges näher ran und sind dabei noch nie angegriffen worden. Nach kurzer Zeit beruhigte sich der aufmerksame Leitbulle jeweils und akzeptierte unsere Anwesenheit. Trinken und Fressen waren wieder wichtiger.

Nachts hatten wir zweimal Elefanten Besuch. Einmal hinterliess einer zwei stark duftende Bälle zwei Meter hinter unserem Commander. In einer anderen Nacht störte unser draussen stehender Tisch und wurde umgekehrt, Tischfläche nach unten. Scheinbar aber gefühlvoll, nichts war beschädigt.

Das Beobachten des Gruppenverhaltens der Kolosse, im Speziellen bei Wasserlöcher ist immer wieder faszinierend.

Wir freuen uns schon wieder auf neue Begegnungen.

Beobachtungen und Erfahrungen in Botswana

Einreise in Botswana ging schnell und unbürokratisch. Die Beamtinnen waren auffallend nett und unkompliziert, im Gegensatz zu Südamerika und im speziellen Namibia.
Die Tourismus Branche jammert. Die Buchungen von Südafrikanern wie aus Übersee seien in den letzten zwei Jahren stark zurückgegangen. Bei dem mittlerweile zu grossen Angebot von Luxus Lodges mit Phantasie-Preisen kein Wunder. Dazu kommt, dass zunehmend schöne, preiswerte Camping Plätze in Nationalparks privatisiert wurden, und da nun abstrakt hohe Preise verlangt werden.

Da bereisen die Südafrikaner wieder ihre eigenen, viel preiswerteren Parks. Die Elefanten sind dort auch grau.

Für das Übernachten in den NP Camps im Moremi wie im Chobe und der Central Kalahari wird grundsätzlich immer noch eine Vorreservierung gegen Vorauszahlung verlangt. Da wir nicht unter Zeitdruck stehen, haben wir auf Risiko gemacht und nirgends vorausgebucht. Wir sind jeweils zum Eingangsgate gefahren und haben da unsere Wünsche kundgetan. Mit einer einzigen Ausnahme bekamen wir auch immer die von uns gewünschten Plätze.

Uns hat das problemlose Reisen in Botswana ausserhalb der Regenzeit sehr gut gefallen. Einmalige Landschaften und eine reichhaltige Tierwelt sorgten für interessant Erlebnisse.

Die Leute sind nett. Die im Tourismus involvierten, englisch sprechenden Botswaner leider etwas verdorben und daher zu oft etwas sehr geldgierig.

Fotogalerie

Botswana: Juni 2015