Juni 2018

HuskyHusky

Sonnenuntergang kurz vor Mitternacht

Um unsere 2 x110 Volt AMG Batterien mit dem vielen zur Verfügung stehenden Sonnenlicht - Tageslänge bis über 19 Stunden in Yukon und Alaska - beim freien Stehen etwas schneller aufzuladen, ließen wir uns ein zweites Solarpanel auf unseren neuen Northern Lite montieren. Dies erforderte Einiges an Aufwand.
Unser gewünschtes Panel in Spezialgrösse wäre in USA und Kanada vielerorts innerhalb eines Tages lieferbar gewesen. Aber überall bekamen wir die Info von einer Wartefrist für die Montage von 2 bis 6 Wochen. Lachhaft, wenn man weiß, dass das Teil, ergänzend zum Ersten, in höchstens anderthalb Stunden montiert werden kann. Flexibilität in riesigen, gestylten Marken Autowerkstätten wie in den vielen großen Reisemobil Verkaufsstellen in USA wie in Kanada ist ein absolutes Fremdwort. Extreme, sture Bürokratie sowie Wasserkopf pur überwiegen leider. Wir drehten eine Runde auf Vancouver Island und waren für den lang ersehnten Montage Termin dann rechtzeitig in Vancouver zurück.

PS: Für längeres, freies Stehen hätten wir ja immer noch unseren Notnagel, den 3 KW Honda Generator. Solar ist aber um Einiges eleganter!

 

The Mile PostThe Mile Post

The Miles Post, die Bibel für Reisen in den Norden

Der legendäre Alaska Reiseplaner und Alaska Reiseführer mit detaillierten Straßen Beschreibungen im Nordwesten Kanadas und Alaskas. Auf über 700 Seiten werden Sehenswürdigkeiten, Attraktionen, Übernachtungsmöglichkeiten uvm. beschrieben. Eine sehr hilfreiche „Bibel“. www.themilepost.com

Edy beim HolzspaltenEdy beim Holzspalten

Staatliche Campingplätze und Erholungsgebiete in Yukon, Kanada

Man bezahlt 12 CAD für einen Platz mit Sitzbank und Feuerstelle. Weder Strom- Wasseranschluss, noch Dumping. Dafür aber oft super gelegen inmitten grandioser Natur. Feuerholz ist inklusive und das Zerkleinern der großen und schweren Holzstücke mit der neuen, grossen Axt macht so richtig Spass, durstig und hungrig.

SchwarzbärSchwarzbär

Guardian Angel versus Bärenspray

Bei der Einreise nach Kanada wurde uns unser Guardian Angel www.guardian-angel.com Abwehrspray abgenommen, da er nicht als Bärenabwehrspray auf der offiziellen Liste der Zöllner aufgeführt war.
Die Notwendigkeit von einem Bärenabwehrspray ist wie bei den Versicherungen, man weiß nie ob man diese einmal braucht. Die Sprühdistanz bis zu 8m gibt einem aber das Gefühl von Sicherheit. Wir haben jetzt Zwei dabei.

ErdmännchenErdmännchen

Alaska Highway durch die Wildnis

von Dawson Creek/BC bis Delta Junction/Yukon führt der Alaska Highway. 1942 wurde diese Straße wegen militärischer Bedeutung in nur 9 Monaten Bauzeit mit über 10‘000 eingesetzten Soldaten, in einem unerforschten Gebiet realisiert. Die gesamte Länge von 2‘288 km ist heute geteert.

 Schilderwald Watson LakeSchilderwald Watson Lake

Schilderwald in Watson Lake

1942 wurde von einem Heimweh geplagten Soldaten ein Schild in Richtung seines Heimatortes an den ersten Wegweiser angebracht. Touristen aus der ganzen Welt hinterlassen nun hier ihre „Tafeln“. Heute befinden sich im Sign Post Forest bereits über 80‘000 Schilder. Unser Heimatland ist schon mehrmals vertreten. Und nun kam noch eines an dieser Kultstätte hinzu!

Edy der FischerEdy der Fischer

Angelabenteuer in Kanada

Kaum waren wir an einem wunderschönen Platz abseits der Straße am Yukon River an der Einmündung des Tatchun River auf einer Waldlichtung mit Blick auf die Flüsse angekommen, wurde die Fischerausrüstung ausgepackt.
Nach nur einer viertel Stunde befreite ich einen gut 50 cm langen Kanada Hecht von der Angel, welchen Brigitte fachgerecht für das Nachtessen zubereitete. Diesen genossen wir anschließend mit grandioser Aussicht und Abendsonne mückenfrei in unserer Wohnstube mit einem passenden Getränk. Frischer geht es nicht! Anschließend erwärmte uns das romantische Lagerfeuer im hellen, nächtlichen Nordlicht.

Die Kosten für die Angellizenz waren innerhalb der nächsten 24 Stunden mit zwei weiteren stattlichen Hechten amortisiert. Die lokal erworbene, handliche Ausrüstung wird uns sicher noch manche Köstlichkeit auf den Teller bringen. Die Saison für Lachse liegt noch vor uns!

Dempster Highway 900 kmDempster Highway 900 km

Dempster Highway hat uns eiskalt erwischt

Der ehemalige 740 km Hundeschlittenweg ist heute auf sehr guter Schotterstraße locker zu Befahren.
Fotogalerie Dempster Highway
Bei unserem Start in diese Sackgasse hat es uns aber eiskalt erwischt. Zuerst durch starken Regen auf schmieriger, matschiger Piste und am 2. Tag Schnee mit Temperaturen plus minus Null Grad. Schneeverwehungen und Match reduzierten unser Reisetempo enorm. Die Piste wurde über längere Strecken, bergauf und bergab zur Fahrtrainings Strecke.

In der Eagle Plains Loge saß eine größere Motorrad Fahrer Gruppe welche südwärts unterwegs war, wegen zu gefährlichem befahren der Piste fest. Ich hätte diese matschigen Streckenabschnitte mit den tiefen Fahrspuren mit dem Motorrad auch nicht befahren wollen.
Nach dem Tanken und einer Pause im Restaurant fuhren wir im Schneegestöber weiter. Bei km 405 erreichten wir den Polarkreis. Am 22. Juni geht da die Sonne 24 Stunden nicht unter den Horizont.

Auf einem geraden Platz mit theoretischer Sicht ins befahrene Tal richteten wir uns im Nebel und Schneegestöber für die Nacht ein. Strahlend blauer Himmel mit klarer Sicht am nächsten Morgen. Nach dem Überqueren von dem Peel River und dem Mackenzie River mit gratis Fähren erreichten wir gegen Abend bei immer noch hohem Sonnenstand Inuvik.
Nach unserem Nachtessen verbrachten wir einen geselligen Abend bei Sonnenschein bis um Mitternacht mit Lisabeth und Rudolf aus der Schweiz, welche seit einigen Monaten in USA und Kanada mit ihrem MB Sprinter und ihren Stöckli Skiern unterwegs sind. www.rulottli.com

Dempster HighwayDempster Highway

Das 170 km nördlich von Inuvik liegende Dorf Tuktoyaktuk war bisher im Winter auf einer Eisstrasse und im Sommer nur mit Boot und Flugzeug zu erreichen.

Seit wenigen Wochen ist nun eine neu gebaute Allwetterpiste von Inuvik nach Tuktoyaktuk am Arktischen Ozean erstmals offen. Allerdings nur mit 5 Tonnen maximal Gewicht zu befahren. Da sind wir ja gerade noch dabei! Unsere Fahrt in der Tundra Landschaft genossen wir. Nach einer fast taghellen Nacht in Tuktoyaktuk wurden wir morgens mit Schneesturm begrüsst.

Dempster Highway bei Schnee und MatschDempster Highway bei Schnee und Matsch

Die anschliessende Fahrt retour nach Inuvik wurde eine nervenzerrreisende Schleuderparty. Wir wussten, wenn wir auf der aufgeweichten Schlammpiste stecken bleiben oder unser ständig schlingerndes Fahrzeug völlig ausbricht, und wir über die Dammstrasse seitlich abrutschen, dann ist dieses Spiel und der Spass vorbei. Wir meisterten das Fahrabenteuer Dempster Highway trotz Schnee, Regen und tiefem Matsch. Bei normalem, schönem und trockenem Wetter wäre es wohl 10 Tage langweilig gewesen!